Spezialpraxis für Kinder-
und Jugendzahnheilkunde
  Dr. Angela Freundorfer
Dr. Jacqueline Esch
Dr. Sabine Geissler
& Kollegen
   
     
  Informationen
über Füllungsmaterialien
  Welche Materialien stehen zur Verfügung?
  Für definitive Füllungen im kaubelasteten Seitenzahnbereich stehen metallische Werkstoffe (Edelmetall-Legierungen und Amalgame) und nicht-metallische Werkstoffe (Keramiken und Komposit-Kunststoffe) zur Verfügung. Für Kinder stehen in unserer Praxis zur Versorgung der Milchzähne Komposite und Glasionomerzemente zur Verfügung.  
     
 
Welche Nebenwirkungen können auftreten? Das Risiko des Auftretens unerwünschter systemischer und lokaler Nebenwirkungen ist bei bestimmungsgemäßer und verarbeitungsgerechter Anwendung von zahnärztlichen Füllungsmaterialien sehr gering, aber, wie bei fast allen Arzneimitteln und Medizinprodukten, nicht völlig auszuschließen. Abgesehen von seltenen Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien, lichenoide Veränderungen) liegen keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse vor, die den Verdacht einer gesundheitlichen Beeinträchtigung begründen.
     
  Komposit-Füllungen ("Kunststoff-Füllungen")  
  Alle Komposit-Füllungsmaterialien enthalten neben silanisierten anorganischen Füllstoffen diverse Kunststoffe auf Acrylatbasis. Letztere weisen eine Vielzahl von Verbindungen auf, die als Inhaltsstoffe (z. B. TEGDMA) oder nachträglich gebildete Reaktionsprodukte (z. B. Formaldehyd) in kleinsten Mengen freigesetzt werden können. In der Regel werden Komposite in Kombination mit Adhäsiven ("Schmelz- und Dentinkleber") eingesetzt, die ebenfalls zahlreiche Kunststoffverbindungen (z. B. HEMA), teilweise auch Glutaraldehyd und Säuren enthalten. Komposite und Versiegelungsmaterialien wurden in den letzten Jahren einer kritischen Betrachtung unterzogen und mit vielfältigen Krankheitserscheinungen bis hin zu Krebs und Unfruchtbarkeit in Zusammenhang gebracht. Nach aktuellem Erkenntnisstand sind derartige Behauptungen aber - ähnlich wie bei den Amalgamen - nicht wissenschaftlich hinreichend abgesichert und entsprechende Befürchtungen nicht begründet.  
  Füllungen aus Glasionomerzementen, Hybridglasionomerzementen und kompomeren Glasionomerzementen  
  Sie enthalten neben organischen Säuren (z. B. Polyacrylsäure) Gläser, die in Spuren Aluminium-, Calcium-, Strontium- und Fluoridionen freisetzen. In den Hybridglasionomerzementen und Kompomeren sind zusätzlich Kunststoffanteile enthalten. Diese Materialien können Fluorid freisetzen. Sind derzeit nur für nicht okklusionsbelastete, definitive Füllungen geeignet.  
  Welche Füllungsmaterialien sollen zum Einsatz kommen?  
  Darüber kann jeweils nur im Einzelfall entschieden werden. Eine angemessene Nutzen-Risiko-Abwägung ist nur unter Berücksichtigung der individuellen Situation möglich. Dazu sind neben Kenntnissen über den Gebisszustand auch Informationen über Allgemeinerkrankungen (z. B. Nierenschäden), Allergien oder über eine Schwangerschaft von Bedeutung. Mitunter kann die endgültige Entscheidung über die einzusetzenden Materialien erst während eines Eingriffes (z.B. nach Entfernung einer Füllung oder Karies) getroffen werden. Weiterführende Fragen zur Auswahl bzw. Anwendung von Füllungsmaterialien bedürfen immer der persönlichen Beratung durch den Zahnarzt!  
 
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